Allgemeines:

Im Jahre2013 kam dann die Fachberatung für den Ackerbau dazu und wurde an den Beratungsring für Kartoffelbau angegliedert. Es entstand der Beratungsring für Kartoffel- und Ackerbau Westküste e.V. Hierfür ist ebenfalls eine festangestellte Beraterin tätig, um die rund 40 Ackerbaubetriebe umfassend zu betreuen.
Die Beratung umfasst pflanzenbauliche als auch betriebswirtschaftliche Aspekte. Für beide Sparten (Kartoffel- und Ackerbau) übernimmt ein festangstellter Betriebswirtschaftler die Betreuung in ökonomischer Sicht.
Die reine Ackerbauberatung beinhaltet Sortenempfehlungen, Informationen zum Timing von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, Marktinformationen, Hilfestellungen bei diversen Anträgen, Betriebszweigauswertungen, Feldbegehungen, Unterstützung bei der Führung der Ackerschlagkartei sowie die Bearbeitung von umfangreichen individuellen Beratungsanfragen der Mitgliedsbetriebe.
Durch ein breites Informationsnetzwerk liegen uns viele marktbeeinflussende Faktoren vor, sodass wir auch hier Martktinformationen an unsere Landwirte weitergeben können.
Auch im Rahmen der verschiedenen Neuerungen hinsichtlich der Düngeverordnung, die veränderte Sperrfristen zur Ausbringung von org. Düngemittel, niedrigere Nährstoffbilanzsalden und eine veränderte Düngebedarfserrechnung vorsieht, unterstützen wir unsere Mitgliedsbetriebe umfangreich. Im Themenfeld des Pflanzenschutzes weisen wir unsere Landwirte auf gesetzliche Gegebenheiten wie Abstandauflagen, Aufbrauchsfristen und maximale Aufwandmengen hin und beraten sie, welche Produkte am effektivsten im Betrieb eingesetzt werden können.
Durch die Kombination von Feldbegehungen und regelmäßigen Rundschreiben werden die Mitglieder stets informiert und können sich mit anderen Mitgliedsbetrieben über verschiedene Fragestellungen austauschen.

Die wichtigste Kulturart unserer Region ist der Winterweizen, der auf fast 40 Prozent der Fläche angebaut wird. In den letzten Jahren ist der Anbau von Silomais und Winterraps angestiegen, auch die Bedeutung von Biogasanlagen nahm, im Vergleich zu Vorjahren, deutlich zu. In unserer Ackerbauberatung steht eine große Bandbreite an Kulturarten mit unterschiedlichster Bedeutung in er Region wie die Winterungen mit Winterweizen, Wintergerste, Winterraps, Winterrogen und die Sommerungen mit Sommerweizen, Hafer, Mais, Ackerbohnen, Zuckerrüben, Braugerste und Sommerraps.
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Böden
Unser Beratungsschwerpunkt liegt bei den Betrieben in der Marsch mit Böden, die einen hohen Ton- und Schluffanteil sowie ein sehr gutes Wasserhaltevermögen besitzen. Wir beraten aber auch Geestbetriebe, die auf leichteren Böden wirtschaften und anderen Problematiken gegenüberstehen.
Krankheitsdruck
Durch permanente Westwinde haben besonders die Mehltaupilze in unserer Region eine geringere Bedeutung als vergleichsweise im Landesinneren unseres Bundeslandes. Je nach Infektionsbedingungen, das heißt Luftfeuchtigkeit, Blattnässedauer und Temperatur ist jedoch Septoria tritici als Blattdürre die bedeutendste Krankheit in unseren Beständen. Durch teilweise frühe Saaten kommt den Halmbasiserregern jedoch auch jahresspezifisch eine große Bedeutung zu.
Verunkrautung

Ackerfuchsschwanz (Afu):
Hauptunkräuter und -ungräser sind auf unseren Standorten Ackerfuchsschwanz, Kamille, Mohn, Kornblume, Ehrenpreis, Diestel und Stiefmütterchen sowie Windhalm und Vogelmiere.
In der Marsch gibt kaum noch Flächen ohne Ackerfuchsschwanz und es sind in den nächsten Jahren keine neuen Wirkstoffe zu erwarten, das Atlantis wirkt längst nicht mehr überall, sodass viele Betriebe nun in ackerbaulicher Hinsicht handeln müssen. In sehr engen Weizenfruchtfolgen, insbesondere bei Mulchsaaten, hängt alles vom Wirkungsgrad des Atlantis ab. Der stehengebliebene Ackerfuchsschwanz kann dann oftmals erst in einer nicht-Getreidekultur bekämpft werden. Das gelingt aber nicht, wenn Propyzamid als Wirkstoff, das im Kerb Flo, Milestone und Cohort ist, einer bereits existierenden FOP- und DIM Resistenz unterliegt. Der Samenvorrat im Boden wird in der Zwischenzeit aufgefüllt. Da der Fuchsschwanz besonders im September aufläuft, wird bei den frühen Saaten, der Druck auf die Herbizide zusätzlich verstärkt. Der Faktor Saatzeit ist dabei in unserer Beratungsregion größer als der Faktor der Bodenbearbeitung. Daher empfehlen wir eine Aussaat erst ab Mitte September, damit der Ackerfuchschwanz nicht die Überhand erlangt.
Den wichtigster Faktor sehen wir in der möglichst, dem jeweiligen Standort angepassten späten Saat, dadurch wird der Ackerfuchsschwanz-Druck, als auch der allgemeine Ungras- und Unkräuterdruck, deutlich reduziert als auch der Druck auf die Wirkung der Herbizide. Hierfür sollten robuste und gut bestockende Sorten mit einer schnellen Jugendentwicklung gewählt werden. Frühsaaten bergen die Gefahr von Pilz- und Virus-Herbstinfektionen, ansonsten sind Sommerungen in Kombination mit einer Scheinbestellung eine Alternative. Eine Sorte mit breiteren Blättern (Bsp. Inspiration) und konkurrenzfähige Bestände können den Fuchsschwanz besser unterdrücken, gute Bekämpfungserfolge sehen wir, wenn die Stoppeln gestriegelt werden, der Ackerfuchschwanz dann aufläuft und nachfolgend abgetötet werden kann.

Versuche:
Je nach Befallslage und Aktualität werden unterschiedliche Schwerpunkte gelegt.
Für unsere Mitgliedsbetriebe bestand im Jahre 2015 die Möglichkeit Getreidepflanzenproben im Labor in Kiel auf das Gelbverzwergungsvirus untersuchen zu lassen. Die Beprobung kann erfolgen, wenn die Bestände mindestens ein voll entwickeltes Weizen- oder Gerstenblatt gebildet haben. Um die Befallssituation einschätzen zu können, eigneten sich besonders die Flächen auf denen das Gelbverzwergungsvirus im Jahr 2014/2015 bereits ein Problem war. Ein erhöhtes Risiko bestand besonders bei geschützten Lagen und Frühsaaten. Es wurden auch Pflanzenproben aus den Gräben sowie Blattlausproben genommen und anschließend im Labor in Kiel mittels ELISA-Verfahren auf eine Virusbeladung beprobt. Damit war eine Einschätzung der eigenen Fläche möglich.
Winterrapsversuch:
Zurzeit steht an zwei Standorten in unserem Beratungsring ein Winterrapssortenversuch mit unterschiedlichen neuen Sorten.
Außerdem haben wir in Zusammenarbeit mit verschiedenen Züchtern einen früh abreifenden Winterweizenversuch erstellt. Früh abreifender Winterweizen hat besonders unter unseren hiesigen Witterungsbedingungen und der Fruchtfolge eine immer wichtigere Bedeutung.